TRAVETRÄUME Natur-Kultur-Erlebnis

Herzlich Willkommen zum Natur-Kultur-Erlebnis „TRAVETRÄUME“ im Treffpunkt Lokfelder Brücke!

Der Förder- und Kultur-Verein und die Agentur Travetraum laden ein zu einem Open-Space-Familiencamp pro Jahreszeit in den Ferien. Besonders am Herzen liegen uns dabei viiiieeel Zeit für Gemeinschaft, miteinander und voneinander lernen, kochen & essen, Entschleunigung und Zeremonien, Kreativität und Spaß, Spielen und Arbeiten – natürlich ökologisch sinnvoll 😉 Wir möchten diesen Treffpunkt weiter ausbauen und gestalten, diese Zeit wird auch als “Workcamp” genutzt.

Das „Programm“ inhaltlich erstellen wir gemeinsam, d.h. wir eröffnen hier einen „open space“, mehr dazu s.u.. Bitte merkt euch die Termine vor, nehmt euch Urlaub, sprecht euch mit Freunden ab, kommt monatlich zu den Vor-/Nachbereitungstreffen beim Potluck-Brunch bzw. meldet euch, wenn ihr Lust auf eine schöne Zeit mit und bei uns im Treffpunkt habt, wir freuen uns auf euch und viele schöne Stunden!

Links zu allen Traveträume-Camps mit Details/Zeitplänen:

“Energieausgleich”: Ca. 20 €/Person/Tag inkl. Verpflegung (bio-vegan), Übernachtung z.B. im Tipi oder eigenen Zelt. Die Preise und/oder Tausch-/Hilfsmöglichkeiten im Detail stehen hier. Ermäßigung für Vereinsmitglieder und auf Anfrage – bitte meldet euch auch wenn ihr kein Geld habt aber mithelfen oder euch anderweitig einbringen könnt/möchtet, das ist genauso wertvoll und die Gemeinschaft ist hier wichtiger als Geld! Wir brauchen immer helfende Hände zum Auf- und Abbauen, Kuchenbäcker, Fotografen, Feuerhüter, Geschichtenerzähler, Gitarrenspieler, …es gibt eine lange Liste… 🙂 Potluck-Brunch & Zeremonien auf Spendenbasis, Workshops auf Anfrage.

Ablauf in Dankbarkeit und Anlehnung an die Sommercamps von Michael Hartl: (https://experimentselbstversorgung.net/veranstaltung-zusammen-organisieren-und-wachsen/)

Beim „open space“, der Methode, nach der wir die Camps hier ablaufen lassen, entscheidet die Gruppe aus dem Bauch heraus, welche Themen gerade die sind, die wichtig zu bearbeiten sind. Und die sind dann auch gut so. Die Themenvielfalt geht von Gemeinschaft und deren solidarisches Wirtschaften, über Sport und Meditation, bis hin zu Märchen und gemeinsamen Musizieren.

Und beim Reflektieren des Sommercamps dachte ich mir, was denn der organisatorische Rahmen ist, den wir da eigentlich spannen. Und wie sieht der menschliche Rahmen aus? Ich fände nämlich fein, wenn es noch viel mehr dieser Events geben würde – nicht nur von uns. Darum mal hier eine Übersicht, welche Methoden ich als besonders hilfreich für das Gelingen unserer Camps empfunden habe.

Open space

Unsere Camp-Organisation ist stark angelehnt an die Großgruppen-Moderations-Technik „open space“. Wir möchten nämlich, dass die Camps gemeinsam gestaltet werden. Möglichst selbstorganisiert, für verantwortungsvolle und freie Menschen und von ihnen kreativ und inhaltlich gestaltet. Dazu gibt es nach einer Kennenlernphase das gemeinsame Suchen und Festlegen von Themen. Das sieht bei unseren Camps im Kern so aus:

  • Wer mag schlägt ein Thema vor und erzählt kurz, ob sie*er Ahnung vom Thema hat oder Wissen bekommen möchte.
  • Sie*er sagt, ob es ein Redekreis, ein praktischer Workshop oder eine Wanderung sein soll. Oder was jeder und jedem sonst so einfällt als möglicher Ablauf.
  • Sollte sich eine*r anschließen wollen, bei dem Thema aktiv mitzuwirken, also Wissen beisteuern, kann diese Person das kurz anmerken.
  • Das Thema wird aufgeschrieben und das nächste Thema kann vorgestellt werden.
  • Sind alle Themen gesammelt, vergibt jede Person maximal 8 Punkte. Nur 1 Punkt pro Thema. Du musst nicht alle Punkte vergeben.
  • Durch das dadurch entstehende „Interessensranking“ können zwei oder drei Freiwillige die am meisten nachgefragten Themen auswählen und in den Wochenplan einordnen. Wir planen Vormittag und Nachmittag je ein Thema. Und passende wie Jam-Sessions oder bestimmte Redekreise oder Workshops werden abends eingeplant.

Abwandlung: Wie oben beschrieben werden zu Beginn gleich die Themen für die ganze Woche festgelegt. Vielleicht versuchen wir aber auch, nur zwei Tage zu planen und dann am Ende der zwei Tage die noch nicht behandelten Themen neu zu bewerten. Oder Themenbereiche zu machen, wie „praktischer Workshop“, „körperliches“, „seelisches“, „Redekreise“ und „Unterhaltung“, damit selbst wenn alle Redekreise hoch spannend sind und daher die meisten Punkte bekommen, auch Platz bleibt für praktisches.

Wer mehr zu open space als Methode erfahren will, kann sich hinter den Links eine kurze (https://web.archive.org/web/20140305191345/http://www.openspaceworld.org/german/index.html) oder eine lange (https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Space) Beschreibung dazu durchlesen.

Redekreise

Der Tag beginnt nach dem Frühstück und endet nach dem Abendessen mit einem großen Redekreis, zu dem alle kommen sollen, die am Camp teilnehmen. Hier geht es um zwei Punkte: Befindlichkeit und Organisatorisches.

Für einen Redekreis sitzen alle in einem Kreis. Eine Moderatorin begrüßt kurz alle, sagt, welche Runde nun ansteht und gibt dann das Wort an die Person, die den stärksten Impuls spürt, etwas zu sagen. Von dort aus wird das Wort – oder wenn gewünscht auch ein Redestab oder anderer Gegenstand – im Uhrzeigersinn reihum gegeben. Dabei spricht nur die Person, die an der Reihe ist, bzw. den Rede-Gegenstand hat, und alle anderen hören aufmerksam zu.

Befindlichkeitsrunde

In der Befindlichkeitsrunde, die am Morgen die Eröffnung macht und am Abend das Ende des Redekreises, kann jede*r äußern, wie es ihr*ihm geht, was gerade in mir passiert oder wie ich mich in der Gruppe fühle. Einfach, was gerade auf dem Herzen liegt oder um es herum tanzt und fliegt. Am ersten Tag sind die Äußerungen oft nur kurze „Ja, eh gut. Passt alles. Danke.“. Aber zum Ende der Woche hin öffnen sich die meisten Menschen immer mehr – was ein schnelles und gutes Gespür für die anderen entstehen lässt und einen besonderen Beitrag für das Gemeinschaftsgefühl leistet.

Organisationsrunde

Die Organisationsrunde ist für alle Punkte rund um das Camp und den Ablauf. Diese ist besonders wichtig, da sich das Camp ja so gut wie möglich selbst organisieren soll. Hier ist Platz für Fragen oder Anmerkungen zu den Zeitplänen, zum Essen oder dem Nachkaufen von Zutaten, Anliegen zur Sauberkeit oder für Anmerkungen, was noch wichtig wäre für die Kinder, etc. Und auch hier lässt sich meist über die Woche eine interessante Entwicklung beobachten: Sind es am Anfang noch hauptsächlich die Moderator*innen und Gastgeber*innen, die Punkte anmerken, verteilt sich das zum Ende der Woche auf immer mehr Teilnehmende. Die damit zu aktiven Gestalter*innen werden. Eines unserer großen Ziele: Menschen ermächtigen, sich gemeinsam selbst zu organisieren.

Gemeinsames Kochen und Essen

Wenig erlebe ich als so wertvoll und zusammenführend, als gemeinsames zubereiten und verzehren von gutem, gesunden Essen. Es liegt Magie in diesem Prozess, wo aus unterschiedlichsten Zutaten etwas erschaffen wird, dass Eigenschaften hat, die keine der Zutaten selbst hatte. Es liegt Liebe in diesem Tun, denn wenn wir für Menschen gutes Essen zubereiten, die uns mehr und mehr bedeuten, machen wir das mit Hingabe. Und es liegt so viel soziales in diesem Prozess, denn wir tauschen uns aus, erschaffen gemeinsam etwas und genießen es danach miteinander.

Daher nimmt bei uns das Zubereiten des Essens einen hohen Stellenwert ein und alle, die möchten, können sich einbringen. Es ist nichts notwendiges, das im Rahmen einer Camp-Organisation eben erledigt gehört, sondern es ist integraler Bestandteil dessen, was hier in der Woche abläuft. Und ebenso wird das gemeinsame Essen als wichtig gesehen.

Anmerkung Menie: Ich liebe die makrobiotische Küche und freue mich auf die Zeit zum Kochen mit euch, über Austausch und Gleichgesinnte. Dies ist kein Muss aber es wäre schön, wenn wir zumindest überwiegend bio, vegan, regional, saisonal und natürlich kochen 🙂

Lagerfeuer und Musik

Klar, einerseits kochen wir über dem Feuer. Aber das Feuer ist auch zentrale Anlaufstelle hier und zieht sowieso seit jeher Menschen einfach an. Alle sitzen am Feuer, reden, lachen, spielen Musik und starren manchmal gedankenverloren in die Flammen.

Mehr muss ich zum Lagerfeuer und der Musik glaube ich nicht schreiben. Wer nicht tief in sich spürt, warum das so wichtig ist: Hinaus mit Dir heute Abend! Nimm ein paar Menschen mit und entzündet ein Lagerfeuer!

Der Mindset fürs Wohlfühlen

Mich freut ganz besonders, dass in den Feedbacks immer wieder die Rede von der Besonderheit dieses Ortes die Rede ist. Wie wohl und sicher sich hier die meisten Menschen fühlen. Und viele sehen die Ursache in den hier lebenden Personen. Das schmeichelt natürlich, aber ich denke, dass alle Menschen, die das wirklich wollen, einen solchen Rahmen schaffen können. Dazu gibt es aus meiner Sicht ein paar simple Ansätze – die gerne auch den Teilnehmenden kommuniziert werden können – und die nicht nur auf einem solchen Camp zählen:

  • Alle Menschen, die da sind, sind genau die richtigen.
  • Die Themen, die gemeinsam gefunden werden, sind die jetzt wichtigen.
  • Wir haben Zeit. Für alles. Und alles passiert dann, wenn die Zeit reif ist und läuft so lange, wie es sich stimmig und richtig anfühlt.
  • Sei offen für Veränderungen – und passe Dich flexibel an. Wie beim improvisierten Tanzen!
  • Gib Dich hin – sowohl der Veranstaltung, als auch den dort befindlichen Menschen.
  • Sei präsent und höre bewusst zu.

Anmerkung Menie zu den Zeremonien:

Da einige von uns ein Leben mit Zeremonien führen wird die eine oder andere Schwitzhütte auch in dieser Campzeit stattfinden und ggf. die Wassertrommel gespannt. Eine gute Möglichkeit zum Kennenlernen, falls ihr dies noch nie erlebt habt ;-). Aber an alle die oft bei indianischen Zeremonien sind: Diese Zeit ist offen für alle Kulturen und gerade auch für den Austausch unter uns gedacht, der sonst manchmal etwas zu kurz kommt 🙂

Fotos:

25.07.2015 Lesung mit Jörg Langmann: “Das Märchen vom Lübecker Marzipanapfel”

Zu unserem “Natur-Kultur-Erlebnis TRAVETRÄUME” am 25.07.2015 hat Jörg Langmann dieses Märchen neu geschrieben und vorgelesen. Es kommen darin 10 regionale Sagen vor (siehe unten). Es entstand auf meinen Wunsch hin passend zur Ferienaktion “Obstwiesen-Abenteuer” der Hanse-Obst-Initiative mit Heinz Egleder. Nachdem wir u.a. einen neuen Apfelbaum gepflanzt haben, hat uns Jörg das Märchen vorgelesen.
Ich freue mich sehr über dieses so einzigartige, zauberhafte und gelungene Märchen, VIELEN DANK JÖRG!!! Und nun viel Freude beim Lesen, eure Melanie 🙂

Zum Download als PDF bitte hier klicken.

2015-07-25 18.49.37

“Das  Märchen  vom  Lübecker  Marzipan-Apfel”
von Jörg  Langmann

In  Krummesse  an  der  Lübecker  Grenze  und  besonders  am  Krummesser  Baum,  da,  wo heute  die  Hanse-Äpfel  zu  Hause  sind,  gab  es  beizeiten  einen  großen  Wachturm  und  große Menschen  –  es  lebten  dort  mehrere  Riesen.  Die  Kirchtür  der  Krummesser  Dorfkirche  soll deshalb  früher  viel  größer  gewesen  sein.  (1)

Davor  –  als  die  ersten  Kirchenglocken  zu  läuten  begannen,  wanderten  die  Zwerge  und Unnerirdischen  über  Liubice  –  so  hieß  Lübeck  früher  –  und  über  die  Ostsee  aus.  (2)

Noch  früher,  bevor  das  Land  beackert  und  die  Äpfel  veredelt  wurden,  war  hier  Wald,  und die  Waldmänner  und  Gelben  Wiever,(3)  lebten  in  Eintracht  mit  den  Tieren  und  Pflanzen.

Eigentlich  sollen  die  Krummesser  Riesen  nach  Amerika  (4)  ausgewandert  sein,  es  geht jedoch  die  Kunde,  daß  einer  von  ihnen  nur  bis  Lokfeld  kam.

Und  das  kam  so:

Die  Lübecker  Pfeffersäcke  bauten  einen  Grenzwall  und  am  Crummesser  Baum  einen Wachtturm,  um  das  köstliche  Lübecker  Martzapaen  vor  den  vielen  armen  und  hungrigen Bauerskindern  der  Umgebung  zu  schützen.

Das  fand  einer  der  Riesen  nicht  gerecht  und  er  stapfte  los,  nach  Norden,  um  das  in  Lübeck  –  der  Königin  der  Hanse  –  zu  klären.  Der  Riese  hieß  Heinz  und  seine  Vorfahren sollen  die  Heinzelmännchen  gewesen  sein.

Doch  halt,  ein  Baum,  ein  hölzerner  Schlagbaum,  versperrt  ihm  den  Weg.  Die  Lübecker achten  auf  ihren  Schutz  –  lang  nicht  jeder  Riese  darf  ihre  Grenze  passieren.
Heinz  hat  Glück  –  warten  muß  er,  aber  in  der  Zeit  sammelt  er  in  den  umliegenden  Gärten die  schönsten  Äpfel  für  die  Reise.  Und  schöne  feine  Äpfel  gibt  es  hier  –  viele  viele  HanseÄpfel  für  die  Hanse-Stadt  Lübeck.
Als  er  sich  einen  besonders  schön  aussehenden  Apfel  pflücken  will,  erreicht  ihn  ein Warnruf.  „Halt“,  ruft  die  alte  Eule  aus  ihrem  tiefen  Loch  im  Apfelbaum,  „willst  Du  diesen zauberhaften  Apfel  Dein  eigen  nennen,  braucht  er  einen  Namen,  sonst  verliert  er  seine Zauberkraft.“

Ei,  ei,  so  sei  es  denn  ein  Lübecker  Apfel…

Neein  –  Du  machst  es  Dir  zu  einfach  –  gib  Dir  gefälligst  mehr  Mühe!

Da  Heinz  im  Glück  von  Schneewittchens  Zauberapfel  schon  gehört  hat,  will  er  kein  Risiko eingehen,  wühlt  in  seinem  Gehirn  und  in  seinen  Rocktaschen  und  findet  –    zusammen  mit einem  Stück  Marzipan  –  die  Idee,  diesen  Hanse-Apfel  mit  dem  Namen  „Lübecker  Marzipan Apfel“  zu  versehen.

Guhut,  guhut  ,  schon  besser,  und  gib  ihn  erst  aus  der  Hand,  wenn  Dir  Dein  Glück  winkt, unkt  die  Eule  und  auch  der  Schlagbaum  öffnet  sich  nun  wie  von  allein.

Mit  Siebenmeilen-Schritten  geht  es  der  großen  Stadt  entgegen.  Die  ist  für  den  nun  wirklich großen  Riesen  doch  zu  groß  –  trotz  und  wegen  der  vielen  engen  Gassen,  hier  kann  man sich  ja  verlaufen  und  steckenbleiben.

Erschöpft von den vielen neuen Eindrücken läßt Heinz sich am Ufer der Trave, da, wo die
Wakenitz einmündet, nieder, betrachtet den Flug der drei Schwanenjungfrauen (5) und
schläft ein.

Er schläft nicht solange wie Dornröschen, aber lange genug, um einen langen Traum zu
träumen.

Seine Vorfahren, Riesen und Zwerge, Unterirdische, Heinzelmännchen und weiße Frauen
ziehen im Traum an ihm vorbei und rühren die Sehnsucht nach Heimat und Familie. Aber
wie dahin gelangen?

Oha, das kann ich Dir sagen, erklingt eine teuflisch tief klingende Stimme – gib mir einfach
etwas von Deinem Reiseproviant, am besten den wunderschönen Apfel in Deiner rechten
Rocktasche und ich führe Dich dorthin, wohin Dein Herz es begehrt.

Gesagt getan, will Heinz sein Glück ganz schnell aus der Tasche ziehen, besinnt sich
jedoch eines besseren, greift schnell in die linke und fördert einen fast ebenso schönen
Hanse-Apfel zu Tage, welchen er seinem stirnrunzelnden Gegenüber überreicht.

Neeiin, neeiin protestiert dieser, ich will den aus Deiner rechten Rocktasche…

Heinz greift in eben diese Tasche und wühlt mit seiner Hand so lange darin herum, bis er
den Apfel so mit dem Marzipanresten eingeschmiert hat, daß er ihn – schwups –
hervorholte und spricht: diesen Pferdeapfel gebe ich Dir gerne für Deinen wohlgemeinten
Rat.

Wutentbrannt schnaubt der Wode, den kannst Du behalten, geh Du bloß nach Westen
dorthin wo der Pfeffer wächst und viel Glück mit Deinem verfl…..Pferdeapfel.

Das war ja einfach, sagt sich Heinz, wacht auf, da habe ich ja Glück gehabt und werde
diesem Flußlauf stromaufwärts folgen.

Den sich in vielen Schleifen windenden Travelauf entlangstapfend, manchmal auch im
Wasserlauf selber, denn zur Sommerszeit gluckert es manchmal nur leise plätschernd,
vermeint er in der Erzählung des Wassers die eine uralte Geschichte zu vernehmen.

Des Teufels Groß(e) Mutter selbst, die Muttergöttin, auch Erdmutter genannt, hat in ihrer
Wut sich so durch das Land gepflügt, daß die Trave und ihre Schleifen entstanden.
Wütend war sie, weil Wuot-an, der später der Verteufelung anheim fiel, sie ungeduldig vor
sich her trieb und peitschte. (6)

So blubbert das Wasser vor sich hin und es ist Heinz, als ob es auch von der Quelle des
Glücks spricht…

Auf jeden Fall stapft er weiter, vorbei an den zu Stein verwandelten Brüdern bei
Hamberge, die ihr Brot in den Schmutz getreten hatten (7), vorbei an der weißen Frau von
Klein-Wesenberg, die sich in eine Wasserpfütze verwandeln kann (8) und an der
Teufelskuhle (9), in der der Teufel verbannt wurde.
Die drei Elschen vom Elschenbek (10) grüßt er freundlich im Vorbeigehen und …
… und jedesmal beißt Heinz gedankenverloren in seinen Glücksapfel und jedesmal
schrumpft er ein klein wenig. Er spürt das nicht, nur das Wasser steigt ihm immer weiter
am Körper hoch, bis es ihm fast bis zum Halse reicht.

So ward aus dem Riesen ein Zwerg, ein Heinzelmann.

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als rechterhand im Furtbereich bei Stormurfeld ans Ufer
zu wechseln und in dem großen Garten auszuruhen, der heute zur Lokfelder Brücke
gehört.

Die Kerne seines zauberhaften Apfels verteilten sich wie von selbst und bald blühten hier
wunderschöne Hanse-Apfelbäume … mit ganz viel Glück und wenn alle Kinder es wollen,
wächst hier auch bald ein Lübecker Marzipan-Apfelbaum.

Jedesmal, wenn Ihr in einen der lieblichen Hanseäpfel beißt, erinnert Euch an die Riesen
und Zwerge, die Schwäne und Waldläufer, die Ihr in jedem blühenden Baum, jedem
plätschernden Bach und in jedem Windhauch spüren könnt. Sie sind hier – so wie der
ZwergRiese Heinz hier ist – und wenn Ihr sie achtet, beschützen sie Euch in dem, was Ihr
von Herzen tut.

Das war die Geschichte von Heinz, der später auch sein Glück mit Schneewittchen fand,
hier als Geist der Lokfelder Brücke auf alles acht gibt und dankbar ist, Euch jetzt diese
Geschichte erzählt zu haben.

(1) Sage aus Krummesse
(2) Sage aus Lübeck
(3) Sage aus Krummesse
(4) Sage aus Krummesse
(5) Sage aus Lübeck
(6) Sage aus Oldesloe
(7) Sage aus Hamberge
(8) Sage aus Klein-Wesenberg
(9) Sage aus Klein-Wesenberg (Barnitz?)
(10) Sage aus Reinfeld

Zur nicht-kommerziellen Weitergabe freigegeben unter Nennung des Autors und nur ohne Änderung!

14.12.2014 Advents-Café

Advents-Café 2014Einladung zu unserem Advents-Café 2014:

  • Wir freuen uns auf einen besonderen Nachmittag mit euch allen
    wieder hier im Treffpunkt Lokfelder Brücke…
  • Neben Kaffee, Tee und Säften gibt es natürlich wieder leckeres Selbstgebackenes, wie immer bio & fair für Menschen UND Tiere 😉
  • Bitte meldet euch zeitig an, da wir nur begrenzte Platzkärtchen haben – die gibt es bei Melanie, gegen eine Spende an den Verein 🙂
  • Veranstaltung auf Google+
  • Veranstaltung auf Facebook

Programm:

Presseartikel:

Fotogalerie:

Advents-Café 2014 FotogallerieVideos:

Treffpunkt Lokfelder Brücke – Advents-Café 14.12.2014 – Musikmedley aus dem Bühnstück “Alle(s) Anfänge(r)” vomTRIO SVEMIRA feat. malinamoon:

06.09.2014 Dorf-Jubiläum 825 Jahre Lokfeld

2014-09-06 Lokfeld

EINLADUNG der Gemeinde Barnitz (Zum Download als PDF hier klicken):

Wir laden ein zu 825 Jahre Lokfeld & Einweihung des Barnitzer Wappens!
Am 06.09.2014 ab 11:00 Uhr!
Für Essen und Trinken ist gesorgt!
Für die Kinder gibt es: schminken, basteln und kleine Überraschungen!

Programm:

825 Jahre Lokfeld

11:00 Uhr: Offizielle Eröffnung des Festes

  • Rückblick auf die Geschichte Lokfelds
  • Enthüllung des Gedenksteins “825 Jahre Lokfeld”
  • Vorstellung des neuen Wappens der Gemeinde Barnitz
  • Übergabe der Gemeindeflaggen an die Ortswehren der Gemeinde

11:00 Uhr bis 14:00 Uhr: Musikalische Begleitung durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf

Zur Stärkung am Mittag: Erbsensuppe aus der Feldküche vom DRK und Spezialitäten vom Grill

Ab 13:30 Uhr: Aktivitäten am Nachmittag

  • Kinderschminken
  • Basteln eines Vogelhauses
  • Kinderhüpfburg

14 Uhr: Historienspiel “Wie Lokfeld zu seinem Namen kam” und Amateurfilme aus den letzten Jahrzehnten “Barnitz”

Zur Stärkung am Nachmittag: Kuchenbuffet und Crépes”

Presseartikel:

Link zur Fotogalerie:

2014-09-06 Jubiläum 825 Jahre Lokfeld Fotogalerie

26.08.2014 LN “Brückenschlag fiel ins Wasser”

Noch ein Zeitungsartikel über die Traveträume in den Lübecker Nachrichten am 26.08.2014. DICKES DANKESCHÖN für alles an Frau Oda Rose-Oertel! Herr Rose und Tochter nahmen ebenfalls teil und brachten uns sogar eine Zeitungsausgabe vom letzten Bericht direkt mit 🙂

2014-08-26 LN Brückenschlag

(Zum Download als PDF hier klicken)

Quelle: http://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Brueckenschlag-fiel-ins-Wasser

25.08.2014 SHZ “Brückenschlag: Neue Verbindung an der Trave”

Wir haben einen neuen super Zeitungsartikel im Stormarner Tageblatt. VIELEN DANK dafür an Frauke Schlüter!

“Förderverein organisiert Brücken-Projekt mit Symbolcharakter an der Trave bei Barnitz.

2014-08-25 SHZ Brückenschlag

„Brücken bauen, Menschen verbinden“ – so lautet das Motto des Förder- und Kulturvereins „Treffpunkt Lokfelder Brücke“ im gleichnamigen ehemaligen Gasthaus direkt an der Trave. Im Rahmen des dritten Sommer-Ferienprogramms haben die Organisatoren diese Devise in die Tat umgesetzt und zum Brückenbau an der Trave eingeladen. „Unsere Idee ist ein Brückenschlag von Mensch zu Mensch, von Generation zu Generation“, erklärt Vereinsvorsitzende und Initiatorin Melanie Otto. Menschen verbinden durch einen Brückenschlag – das ist mit der Aktion mehr als gelungen. Denn, so Otto weiter: „Am Brückenbau haben sich Kinder im Alter ab acht Jahren beteiligt. Die Erwachsenen packten mit an. Der Älteste war 64 Jahre alt.“

Ein Projekt der Generationen also, das in Zusammenarbeit mit dem Schnurstracks-Kletterpark Sachsenwald realisiert wurde. Albrecht Stroop, selbst Mitglied im Verein, brachte das nötige Material wie Karabinerhaken, Spezialseile, Bandschlingen und einen Flaschenzug mit. „Die Seile halten bis zu zwei Tonnen Gewicht“, erklärt der Kletter-Experte. Da könne nichts schief gehen. Trotzdem verzichtete er darauf, die Hängebrücke wie ursprünglich geplant von einem Ufer zum anderen über die Trave zwischen Lokfeld und Groß Barnitz zu bauen, sondern an den Rand der Flusses zu verlegen. Es sei doch zu windig und nass.

Diese Entscheidung entpuppte sich aber im Nachhinein als die bessere, weil die Kinder so nicht angeseilt und gesichert werden mussten und leichten Fußes auf ihrer 19 Meter langen Brücke klettern konnten.

„Das war hier wirklich ein klasse Team“, schwärmt Melanie Otto. Für die jungen Teilnehmer ein Heidenspaß, für die älteren eine Aktion mit symbolischem Wert, feiert der Ortsteil Lokfeld doch in diesem Jahr sein 825-jähriges Bestehen. Nach vier Stunden Bauzeit konnten alle Besucher und Teilnehmer die Hängebrücke ausprobieren. „Dafür haben wir einen kleinen Wegezoll zugunsten des Nabu Reinfeld für Baumpflanzaktionen an der Trave erhoben“, so Otto.

Die Aktion klang mit einem Sommerfest, Musik und Geschichten am Lagerfeuer gemütlich aus. Der Lübecker Autor Oliver Henkel, zweifacher Gewinner des deutschen Science-Fiction-Preises, hatte eigens zum Jubiläum Lokfeld eine Geschichte geschrieben und ließ den „Geist der Lokfelder Brücke“ durch die vergangenen Jahrhunderte schweben. Denn die Trave war eine wichtige Grenze zwischen den Slawen und den Sachsen, Lokfeld wurde von den Mönchen des Reinfelder Klosters gegründet. Schon damals gab es ein Gasthaus am Fluss. Es entstand ein wichtiger Wegeknotenpunkt mit einer Furt nahe einem bedeutenden Umschlagplatz für Güter.

1849 wurde auf Initiative des Gastwirts eine Brücke über die Trave gebaut – sie blieb für fünf Jahrzehnte die einzige Trave-Brückenquerung zwischen Lübeck und Bad Oldesloe. Die dadurch zwischen Hamburg und Lübeck sehr bekannte und beliebte ehemalige Gaststätte „Zur Lokfelder Brücke“ wurde dort nach dem Brand von 1909 wieder eröffnet und bis 1995 betrieben. In den letzten Jahren entstanden dort der Treffpunkt und der Förderverein.

Nach Auflösung des Kulturvereins Reinfeld unterstützt der Förderverein Lokfelder Brücke auch das Reinfelder Kulturleben. Erste Aktion ist die satirische Lesung von Richard Berkowski auf der LesArt Reinfeld am Sonnabend, 13. September, ab 20 Uhr in der Alten Schule in Reinfeld. Weitere Informationen über den Förderverein und die Veranstaltung unter www.lokfelder-bruecke.de.”

Quelle: http://www.shz.de/lokales/stormarner-tageblatt/neue-verbindung-an-der-trave-id7491041.html

23.08.2014 “Ein Ort erzählt” von Oliver Henkel

“EIN ORT ERZÄHLT – Die Autobiographie der Lokfelder Brücke”

Diese Geschichte wurde 2014 geschrieben von unserem lieben Freund und Vereinsmitglied, Oliver Henkel. Sie ist ein wirklich besonderes Geschenk zum Jubiläum “825 Jahre Lokfeld”. Als Grundlage diente gesammeltes Material aus der Geschichtsgruppe des Förder- und Kulturvereins Lokfelder Brücke e.V., zusammen mit Oliver´s eigenen Recherchen. Die Idee entstand gemeinsam im Winter zuvor, nach dem Wunsch, die Geschichte der Lokfelder Brücke auf die besondere Art und Weise erzählen zu können, wie wir sie hier seit Jahren erleben und sie früher gewesen sein könnte. Das Resultat entspricht dem “Geist der Lokfelder Brücke” so sehr und ist zugleich ein fantastisches Original des Lübecker Schriftstellers, dass wir wirklich bewegt waren, als wir sie das erste Mal von Oliver hören durften. Von der Vor- und Frühgeschichte im Travetal, zur Siedlungsgeschichte Lokfeld´s um 1189, über die gelebte Geschichte der letzten Jahrzehnte einer guten alten Gaststätte, bis zu meinen bisher 8 erlebten Jahren hier an diesem Fluss – laden wir euch ein zu lauschen und zu leben, erfahren und begegnen, dem Geist an einem Ort, wo wir nimmer wollen fort…

Lesungen:

Leseprobe:

folgt… 🙂

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Oliver Henkel:

20.08.2014 LN “Brückenschlag über die Trave”

Neuer Zeitungsartikel über unsere Traveträume am 23.08.2014 in den Lübecker Nachrichten. Vielen Dank an Oda Rose-Oertel, das Interview hat richtig Spaß gemacht! 🙂

2014-08-20 LN Brückenschlag 23.08.14

(Zum Download als PDF bitte hier klicken)

Quelle: Lübecker Nachrichten (Stormarn) vom 20.08.2014