14.12.2014 Advents-Café

Advents-Café 2014Einladung zu unserem Advents-Café 2014:

  • Wir freuen uns auf einen besonderen Nachmittag mit euch allen
    wieder hier im Treffpunkt Lokfelder Brücke…
  • Neben Kaffee, Tee und Säften gibt es natürlich wieder leckeres Selbstgebackenes, wie immer bio & fair für Menschen UND Tiere 😉
  • Bitte meldet euch zeitig an, da wir nur begrenzte Platzkärtchen haben – die gibt es bei Melanie, gegen eine Spende an den Verein 🙂
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Programm:

Presseartikel:

Fotogalerie:

Advents-Café 2014 FotogallerieVideos:

Treffpunkt Lokfelder Brücke – Advents-Café 14.12.2014 – Musikmedley aus dem Bühnstück “Alle(s) Anfänge(r)” vomTRIO SVEMIRA feat. malinamoon:

13.09.2014 LesART Reinfeld mit Richard Berkowski: “Nachlese. Vorlese? Auslese!”

2014-09-13 LesART PlakatEinladung:

  • Wir freuen uns sehr, dieses Jahr das erste Mal mit einer Kulturveranstaltung bei der LesART Reinfeld dabei sein zu können! Bereits in den letzten zwei Jahren hat der Kulturverein Reinfeld eine wundervolle satirische Lesung mit Richard Berkowski in der Alten Schule veranstaltet. Es ist uns eine Ehre und wir helfen sehr gern, nach der Auflösung des Reinfelder Vereins, diese Veranstaltung fortzuführen. In Kooperation mit dem Runden Tisch Reinfeld´s Zukunft laden wir Sie herzlich ein dabei zu sein!
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  • Samstag, 13.09.2014 um 20 Uhr (Alte Schule)

“…Radioaktivitäten:
Nachlese. Vorlese? Auslese!
Ein LesArt-Abend von und mit Richard Berkowski.
Musikalischer Gast: Patrick Farrant

Ab drei ist es eine Serie: Am Samstag, dem 13.9.2014, um 20 Uhr liest  Richard Berkowski zum dritten Mal in der Alten Schule Reinfeld aus seinen Radiosatiren. Nach dem großen Erfolg mit seinem „satirischen Vorwahlabend“ im Vorjahr und der ersten Lesung 2012 ist er dieses Mal als Gast des Lokfelder Kulturvereines und des Runden Tisches Reinfelds Zukunft Bestandteil der Veranstaltungsreihe LesArt Reinfeld.

Auch dieses Mal liest er aus seinen zahlreichen Radiosatiren, mit denen er fast täglich auf WDR und NDR zu hören ist. Es geht um Ereignisse und Personen von der großen Politik bis zum kleinlichen Miteinander aus den letzten zwölf Monaten und es ergibt sich wieder einmal die Gelegenheit zu einer fröhlichen Nachlese, bei der Auserlesenes vorgelesen wird. Richard Berkowski war in den letzten Monaten auch schon mehrfach bei den Live-Sendungen der legendären WDR „Zugabe“ in Köln zu Gast. Dank dieser Les-Art-Veranstaltung kann sich das Reinfelder Publikum die weite Anreise in die Domstadt sparen und den Ratzbeker Autoren und Musiker live in seiner natürlichen Umgebung beobachten. Aufgelockert wird das Programm durch Einspielungen von eigenen Radioproduktionen und durch Gitarrenimprovisationen und Eigenkompositionen des Lübecker Gitarristen Patrick Farrant.

Richard Berkowski spricht, schreibt und produziert Radio-Satiren, die regelmäßig auf NDR2, WDR2, NDR Info, WDR5 oder dem SWF zu hören sind. Die Intensivstation auf NDR Info, die „Tönende Wochenschau“, die Zugabe auf WDR2 oder Figuren wie Gärtner Plüschke oder die resolute Horoskopdame Donata, bei ihnen allen hat er seine eifrig schreibenden Finger im Spiel. Sein eigentliches Spezialgebiet aber sind die tagesaktuellen kleinen Szenen, in denen politische Ereignisse satirisch gespiegelt werden, kaum dass sie überhaupt geschehen sind. Aber, da das Radio beim Einblenden der Namen von Autoren und Sprechern technisch naturgemäß an seine Grenzen stößt, bleibt den meisten Hörerinnen und Hörern verborgen, wer sich hinter dem kleinen Scherz oder der hoffentlich treffenden Pointe verbirgt. Bei dieser Lesung ist das anders, hier kann das Publikum den Autor und Sprecher in seinem Element erleben und kennen lernen.

Der in Paris geborene Jazz-Gitarrist Patrick Farrant studierte sein Instrument am berühmten Berkley College of Music in Boston und arbeitete im Laufe seiner Karriere mit Größen wie  Michael Gibbs, Eartha Kitt, Benny Baily, Herb Geller und Nils Landgren zusammen. Auf zahlreichen CDs und in Konzerten mit unterschiedlichsten Formationen ist sein einfühlsames und prägendes Gitarrenspiel zu hören. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Patrick Farrant ist ein Meister der Jazz-Improvisation und wird mit dieser Fähigkeit diesen Abend musikalisch zu einem hochkarätigen Ereignis machen.”

Weitere Infos zu den Künstlern entnehmen Sie bitte direkt den Webseiten:

Richard Berkowski

Richard Berkowski“Ich schreibe, spreche und produziere die Radio-Satiren selbst. Und ich gehöre zu den erfahrensten Radio-Autoren der Republik:
Bei Radio Hamburg, einem der erfolgreichsten Sender Deutschlands, war ich von Anfang an dabei. Zunächst als Autor und Sprecher von Comedies, dann als Moderator der meistgehörten Comedy-Sendung der Stadt, Sekt oder Selters. Als Frühredakteur habe ich im Gespann mit John Ment Guten Morgen Hamburg zur erfolgreichsten Sendung der Stadt gemacht, und als Unterhaltungschef betreute ich so legendäre Formate wie die Kanzler-WG (mit Elmar Brandt), Friseur Dieter (mit Jasper Vogt) oder die Chaos-Telefon-Comedy Studio Braun. Seit nunmehr elf Jahren habe ich mich mit radiosatire.de als Autor und Produzent von Radio-Satiren und Comedies etabliert.

Richard BerkowskiIch habe über 1500 gesendete Radio-Satiren und Comedies geschrieben und eine noch größere Zahl produziert und redaktionell betreut. Als Chefredakteur von fun fun radio 95.0 konnte ich auch meine Führungsqualitäten beweisen, aber nun mache ich wieder das, was mir am meisten Spaß macht: Satire – bissig, aktuell, ohne Respekt aber mit Niveau.

Meine Kenntnisse und Erfahrungen habe ich als Dozent an der Hanseatischen Akademie für Medien, Lübeck, an kommende Moderatoren-Generationen weitergegeben.”

Website: … ->  www.radiosatire.de

 

Patrick Farrant

Patrick Farrant“Studium:
Berkley College of Music, 1980-1985 in Boston (USA)

Private Studien, Komposition und Arrangement bei
John Bavici, James Williams, Michael Gibbs, John La Porta, Joe Pass, Walter Norris

Zusammenarbeit mit:
Michael Gibbs, Eartha Kitt, Benny Baily, Lou Black Burn, Barry Finerty, George Garzone, Kamalesh Maitra, Herb Geller, Nils Landgren, Pat Martino

Preisträger des Jazz Podiums Schleswig Holstein:
1993 und 1994: Patrick Farrant Trio & Fiete Felsch Quartett

Lehrtätigkeiten:
Privatdozent, Workshops (Improvisation, Jazzgitarre, Ensembles, u.a. Musikhochschule Hamburg, Musikhochschule Lübeck, Guitar Institute Berlin)

Jazz Festivals und Konzerte:”
… -> www.patrickfarrant.de

Link zur Fotogalerie:

2014-09-13 LesART Reinfeld Fotogalerie

Weitere Lesungen:

06.09.2014 Dorf-Jubiläum 825 Jahre Lokfeld

2014-09-06 Lokfeld

EINLADUNG der Gemeinde Barnitz (Zum Download als PDF hier klicken):

Wir laden ein zu 825 Jahre Lokfeld & Einweihung des Barnitzer Wappens!
Am 06.09.2014 ab 11:00 Uhr!
Für Essen und Trinken ist gesorgt!
Für die Kinder gibt es: schminken, basteln und kleine Überraschungen!

Programm:

825 Jahre Lokfeld

11:00 Uhr: Offizielle Eröffnung des Festes

  • Rückblick auf die Geschichte Lokfelds
  • Enthüllung des Gedenksteins “825 Jahre Lokfeld”
  • Vorstellung des neuen Wappens der Gemeinde Barnitz
  • Übergabe der Gemeindeflaggen an die Ortswehren der Gemeinde

11:00 Uhr bis 14:00 Uhr: Musikalische Begleitung durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Großhansdorf

Zur Stärkung am Mittag: Erbsensuppe aus der Feldküche vom DRK und Spezialitäten vom Grill

Ab 13:30 Uhr: Aktivitäten am Nachmittag

  • Kinderschminken
  • Basteln eines Vogelhauses
  • Kinderhüpfburg

14 Uhr: Historienspiel “Wie Lokfeld zu seinem Namen kam” und Amateurfilme aus den letzten Jahrzehnten “Barnitz”

Zur Stärkung am Nachmittag: Kuchenbuffet und Crépes”

Presseartikel:

Link zur Fotogalerie:

2014-09-06 Jubiläum 825 Jahre Lokfeld Fotogalerie

26.08.2014 LN “Brückenschlag fiel ins Wasser”

Noch ein Zeitungsartikel über die Traveträume in den Lübecker Nachrichten am 26.08.2014. DICKES DANKESCHÖN für alles an Frau Oda Rose-Oertel! Herr Rose und Tochter nahmen ebenfalls teil und brachten uns sogar eine Zeitungsausgabe vom letzten Bericht direkt mit 🙂

2014-08-26 LN Brückenschlag

(Zum Download als PDF hier klicken)

Quelle: http://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Brueckenschlag-fiel-ins-Wasser

25.08.2014 SHZ “Brückenschlag: Neue Verbindung an der Trave”

Wir haben einen neuen super Zeitungsartikel im Stormarner Tageblatt. VIELEN DANK dafür an Frauke Schlüter!

“Förderverein organisiert Brücken-Projekt mit Symbolcharakter an der Trave bei Barnitz.

2014-08-25 SHZ Brückenschlag

„Brücken bauen, Menschen verbinden“ – so lautet das Motto des Förder- und Kulturvereins „Treffpunkt Lokfelder Brücke“ im gleichnamigen ehemaligen Gasthaus direkt an der Trave. Im Rahmen des dritten Sommer-Ferienprogramms haben die Organisatoren diese Devise in die Tat umgesetzt und zum Brückenbau an der Trave eingeladen. „Unsere Idee ist ein Brückenschlag von Mensch zu Mensch, von Generation zu Generation“, erklärt Vereinsvorsitzende und Initiatorin Melanie Otto. Menschen verbinden durch einen Brückenschlag – das ist mit der Aktion mehr als gelungen. Denn, so Otto weiter: „Am Brückenbau haben sich Kinder im Alter ab acht Jahren beteiligt. Die Erwachsenen packten mit an. Der Älteste war 64 Jahre alt.“

Ein Projekt der Generationen also, das in Zusammenarbeit mit dem Schnurstracks-Kletterpark Sachsenwald realisiert wurde. Albrecht Stroop, selbst Mitglied im Verein, brachte das nötige Material wie Karabinerhaken, Spezialseile, Bandschlingen und einen Flaschenzug mit. „Die Seile halten bis zu zwei Tonnen Gewicht“, erklärt der Kletter-Experte. Da könne nichts schief gehen. Trotzdem verzichtete er darauf, die Hängebrücke wie ursprünglich geplant von einem Ufer zum anderen über die Trave zwischen Lokfeld und Groß Barnitz zu bauen, sondern an den Rand der Flusses zu verlegen. Es sei doch zu windig und nass.

Diese Entscheidung entpuppte sich aber im Nachhinein als die bessere, weil die Kinder so nicht angeseilt und gesichert werden mussten und leichten Fußes auf ihrer 19 Meter langen Brücke klettern konnten.

„Das war hier wirklich ein klasse Team“, schwärmt Melanie Otto. Für die jungen Teilnehmer ein Heidenspaß, für die älteren eine Aktion mit symbolischem Wert, feiert der Ortsteil Lokfeld doch in diesem Jahr sein 825-jähriges Bestehen. Nach vier Stunden Bauzeit konnten alle Besucher und Teilnehmer die Hängebrücke ausprobieren. „Dafür haben wir einen kleinen Wegezoll zugunsten des Nabu Reinfeld für Baumpflanzaktionen an der Trave erhoben“, so Otto.

Die Aktion klang mit einem Sommerfest, Musik und Geschichten am Lagerfeuer gemütlich aus. Der Lübecker Autor Oliver Henkel, zweifacher Gewinner des deutschen Science-Fiction-Preises, hatte eigens zum Jubiläum Lokfeld eine Geschichte geschrieben und ließ den „Geist der Lokfelder Brücke“ durch die vergangenen Jahrhunderte schweben. Denn die Trave war eine wichtige Grenze zwischen den Slawen und den Sachsen, Lokfeld wurde von den Mönchen des Reinfelder Klosters gegründet. Schon damals gab es ein Gasthaus am Fluss. Es entstand ein wichtiger Wegeknotenpunkt mit einer Furt nahe einem bedeutenden Umschlagplatz für Güter.

1849 wurde auf Initiative des Gastwirts eine Brücke über die Trave gebaut – sie blieb für fünf Jahrzehnte die einzige Trave-Brückenquerung zwischen Lübeck und Bad Oldesloe. Die dadurch zwischen Hamburg und Lübeck sehr bekannte und beliebte ehemalige Gaststätte „Zur Lokfelder Brücke“ wurde dort nach dem Brand von 1909 wieder eröffnet und bis 1995 betrieben. In den letzten Jahren entstanden dort der Treffpunkt und der Förderverein.

Nach Auflösung des Kulturvereins Reinfeld unterstützt der Förderverein Lokfelder Brücke auch das Reinfelder Kulturleben. Erste Aktion ist die satirische Lesung von Richard Berkowski auf der LesArt Reinfeld am Sonnabend, 13. September, ab 20 Uhr in der Alten Schule in Reinfeld. Weitere Informationen über den Förderverein und die Veranstaltung unter www.lokfelder-bruecke.de.”

Quelle: http://www.shz.de/lokales/stormarner-tageblatt/neue-verbindung-an-der-trave-id7491041.html

23.08.2014 “Ein Ort erzählt” von Oliver Henkel

“EIN ORT ERZÄHLT – Die Autobiographie der Lokfelder Brücke”

Diese Geschichte wurde 2014 geschrieben von unserem lieben Freund und Vereinsmitglied, Oliver Henkel. Sie ist ein wirklich besonderes Geschenk zum Jubiläum “825 Jahre Lokfeld”. Als Grundlage diente gesammeltes Material aus der Geschichtsgruppe des Förder- und Kulturvereins Lokfelder Brücke e.V., zusammen mit Olivers eigenen Recherchen. Die Idee entstand gemeinsam im Winter zuvor, nach dem Wunsch, die Geschichte der Lokfelder Brücke auf die besondere Art und Weise erzählen zu können, wie wir sie hier seit Jahren erleben und sie früher gewesen sein könnte. Das Resultat entspricht dem “Geist der Lokfelder Brücke” so sehr und ist zugleich ein fantastisches Original des Lübecker Schriftstellers, dass wir wirklich bewegt waren, als wir sie das erste Mal von Oliver hören durften. Von der Vor- und Frühgeschichte im Travetal, zur Siedlungsgeschichte Lokfelds um 1189, über die gelebte Geschichte der letzten Jahrzehnte einer guten alten Gaststätte, bis zu den bisher erlebten Jahren seit 2006 hier an diesem Fluss – laden wir euch ein zu lauschen und zu leben, erfahren und begegnen, dem Geist an einem Ort, wo wir nimmer wollen fort…

Lesungen:

Leseprobe:

“Ich habe schon viele Nächte erlebt. Wie viele, vermag ich nicht zu sagen. Und manchmal,
wenn mich die Dunkelheit umfängt und schleichend Stille einkehrt, frage ich mich, wie es
wohl sein mag, schlafen zu können. Dann verspüre ich den Wunsch, Augen zu haben, die
ich schließen könnte, um einfach nur zu ruhen. Doch ich weiß, dass ich niemals Schlaf
finden werde. So lausche ich in die Nächte, höre das leise Gurgeln des Flusses, das
Rascheln der Mäuse im Unterholz, und warte darauf, dass ein weiterer Morgen weit im
Osten graurot heraufzudämmern beginnt.
Zahllose dieser langen, finsteren Nachtstunden habe ich damit zugebracht, mich zu
fragen, wer ich wohl bin. Doch eigentlich weiß ich es. Ich habe es schon immer gewusst,
so lange meine Erinnerung zurückreicht, bis sie sich in fernen Nebeln verliert. Denn ich bin
der Geist der Lokfelder Brücke.
Nicht der Geist der Häuser, die an dieser Stelle errichtet wurden. Häuser entstehen
und vergehen. Auch nicht der Geist der Brücke, die hier die Trave überspannt. Ich kannte
diese Ufer schon undenklich lange, bevor sie durch eine Brücke verbunden wurden. Ich
bin nicht einmal der Geist der Trave, die immerfort dahinfließt, beständig nur in ihrem ewig
gleichzeitigen Kommen und Gehen, während ich verharre. Nein, ich bin die Summe all
dessen, aber auch viel mehr als das und zugleich etwas ganz anderes.
Mehr als alles andere bin ich wohl die Essenz der vielen Menschen, die hierher
kamen. Denn wo feste Ufer und ruhig strömendes Wasser eine Stelle schaffen, an der
man einen Fluss überqueren kann, da finden sich unweigerlich Menschen zusammen.
Und während sie für Stunden oder auch Tage darauf warten, dass der Nachen des
Fährmanns sie übersetzen kann oder die Furt passierbar wird, sitzen sie beieinander,
unterhalten sich, trinken miteinander, lachen und singen, streiten und weinen. Dann
werden ihre Gedanken, ihre Hoffnungen und Ängste, ihr Wissen und alles, was sie in sich
tragen, ein Teil von mir.
So sehr haben diese Menschen mein Wesen geprägt, dass ihr erstes Erscheinen
den frühesten Punkt meiner Erinnerung darstellt. Alles davor ist ein zeitloses schwarzes
Nichts. Sie kamen vor undenklichen Zeiten, in Tierfelle gekleidet, verängstigte Wanderer in
einer Welt voller Gefahren. Sie tauchten aus den dichten Wäldern auf, entfachten Feuer
und lagerten für eine Weile an dem noch namenlosen Fluss, der ihnen reichlich Wasser
und Fische schenkte, damit ihre Kinder und Alten sich erholen konnten. Und ohne dass sie
es wussten, teilten sie mit mir, was sie ausmachte. Wenn sie nachts zu den Sternen
aufblickten, fragten sie sich, wie es wohl ihren toten Ahnen ergehen mochte, sie sorgten
sich darum, ob es entlang des Flusses ausreichend Wild geben würde, sie grübelten, wie
sie die scharfkantigen Steinsplitter mit Hilfe von geflochtenem Gras am besten an Stöcken
befestigen könnten. Aber was immer sie auch taten, sie fühlten sich wohl an diesem Ort.
Ich spürte ihre Zufriedenheit, sie durchdrang und erfüllte mich mit einer ruhigen Wärme.
Doch sie stimmte mich auch traurig, weil ich wusste, dass diese Menschen weiterziehen
würden, wie es ihre Art zu leben verlangte. So kam es dann auch. Als sie schließlich
aufbrachen, ließen sie eine große Stille zurück. Und ich, aus einem Schlummer erwacht, in
den ich nicht wieder zurückfand, begann zu warten.
Ich musste lange warten. Dann und wann trug das Wasser der Trave eine vage
Ahnung mit sich, dass Menschen weiter flussaufwärts die Strömung durchwatet oder an
den Ufern gerastet hatten. Flüchtige Eindrücke nur, die rasch vorüberzogen. Doch der Ort,
dem ich innewohne, war zu abgelegen. Niemand hatte Grund, hierher zu kommen,
niemand verirrte sich hierher. Sommer und Winter vergingen, Jahre und Jahrhunderte
zogen vorüber, in denen ich alleine mit mir selbst blieb.
Schließlich aber kehrten eines Frühjahrs die Menschen zurück. Und nun erst merkte
ich, wie viel Zeit verstrichen sein musste, denn sie hatten sich verändert. Größer waren sie
geworden, und statt Fellen trugen sie Kleidung aus grob gewebtem Leinen. Aber nicht nur
ihr Erscheinungsbild war ganz anders, als ich es in Erinnerung hatte. Auch in ihnen sah es
anders aus. Sie hatten sich eine Vorstellung davon erschaffen, warum die Welt, in der sie
sich befanden, so war, wie sie war. Sie hatten den übermächtigen Kräften der Natur, von
denen ihr Überleben abhing, Namen und Gestalten zugewiesen und somit gebändigt, um
nicht unentwegt in Angst vor dem Unerklärlichen zu leben. Die Furcht hatte sich in
Ehrfurcht verwandelt.
Es war nur wenige Männer, die an einem feuchten, nebelverhangenen Tag aus dem
Wald traten. Stundenlang hatten sie sich ihren Weg durch das dichte Unterholz gebahnt;
nun ließen sie sich erschöpft am Ufer nieder. Sie hatten sich mit ihren Familien in der
Nähe niedergelassen und erkundeten nun die Gegend, in der sie fortan leben würden.
Während sie sich ausruhten und beratschlagten, ob sie umkehren oder weitergehen
wollten, bemerkte einer von ihnen, dass der Fluss, der zu jener Zeit mehrfach so breit war
wie heute, an dieser Stelle seicht genug zum Durchwaten aussah. Zwei von ihnen
versuchten es, nachdem sie die Wassergeister, die sie dort vermuteten, um Vergebung für
das Eindringen in ihr Reich gebeten hatten. Indem sie sich vorsichtig Schritt für Schritt
vorantasteten und den Boden vor sich mit langen Stöcken nach Untiefen absuchten,
durchquerten sie den grünlichtrüben Strom. Mit nassen Beinen, doch ansonsten
wohlbehalten, gelangten sie zum gegenüberliegenden Ufer, sahen sich dort um und
kehrten dann wieder zurück. Sie waren zufrieden mit der Furt, die sie entdeckt hatten. Und
auch ich war glücklich. Denn es bedeutete, dass öfters Menschen kommen würden, um an dieser Stelle von einem Ufer ans andere zu wechseln. Dann, bevor die Männer sich auf
den Weg machten, um vor Einbruch der Nacht wieder bei ihren Höfen zu zu sein,
ereignete sich noch etwas, von dem ich nicht ahnen konnte, wie lange es mich begleiten
würde. Sie bezeichneten den Fluss, den sie vorgefunden und überwunden hatten,
untereinander als Treva. Es war nicht als Name gedacht, denn in ihrer Sprache bedeutete
es einfach nur Fluss. Und dennoch schien sich das Wort in diesem Moment untrennbar mit dem träge strömenden Wasser, mit dem Ort und somit auch mit mir zu verbinden. Etwas hatte sich verändert.
Von nun an sah ich tatsächlich häufiger Menschen. …
Es ging nicht so weiter. Die Zeiten änderten sich, und die Lokfelder Brücke musste
schließen. Nach sieben langen Jahrhunderten gab es kein Gasthaus mehr am Ufer der
Trave, keine Feiern, keine Menschen, die sich um die Tische versammelten und sich
unterhielten. Drückende Stille kehrte im Saal ein. Die Autos fuhren vorüber, ohne dass ihre
Insassen den Ort spürten. Ich fühlte mich schrecklich verlassen.
Doch es sollte nicht so bleiben. Das Leben kehrte in die Lokfelder Brücke zurück.
Und ich genieße seither wieder jede Gelegenheit, den Bewohnern und Gästen, die hier
zusammenkommen, meine Geschenke zu überreichen. Der gute Geist der Lokfelder
Brücke wirkt weiter. Und so wird es bleiben. Ich weiß es.”

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Oliver Henkel:

20.08.2014 LN “Brückenschlag über die Trave”

Neuer Zeitungsartikel über unsere Traveträume am 23.08.2014 in den Lübecker Nachrichten. Vielen Dank an Oda Rose-Oertel, das Interview hat richtig Spaß gemacht! 🙂

2014-08-20 LN Brückenschlag 23.08.14

(Zum Download als PDF bitte hier klicken)

Quelle: Lübecker Nachrichten (Stormarn) vom 20.08.2014

Offener Bücherschrank

Unser “offener Bücherschrank” steht jederzeit frei zugänglich und geschützt im Infopoint (Flur zum Saal, die Haustür ist nicht verschlossen). Jeder ist herzlich eingeladen hier zu stöbern und Bücher mitzunehmen. Wir bekommen mehr Bücher als mitgenommen werden, daher ist das Regal meist voll und wir sortieren von Zeit zu Zeit aus und bringen die aussortierten Bücher meist ins Sozialkaufhaus Bad Oldesloe oder Bad Segeberg. Wenn Platz frei ist und ihr schöne Bücher spenden möchtet, könnt ihr gern auch welche reinstellen, aber bitte nicht einfach Kisten unabgesprochen im Flur abstellen 😉 Habt ihr Lust, euch mit um den Bücherschrank zu kümmern? Klasse, dann meldet euch einfach bei Oliver Henkel oder Melanie Otto 🙂

Neben dem Bücherregal im Flur stehen noch andere Regale mit z.B. Flyern von Netzwerkpartnern im Traveraum, touristischen Informationen und Ausflugszielen im Travetraum, ökologischen Reisen und weitere Angebote der Agentur Travetraum.

Hier eine Liste von weiteren Informationen und Karten, teilweise ist auch unser Bücherschrank schon online eingetragen und zu finden:

“Buchgenuss am Fluss”

25.11.2012 Eröffnung offenes Bücherregal im Infopoint im Büro: Der Ideengeber, Buchautor Oliver Henkel aus Lübeck, sagte ein paar Worte zu der Idee und spendete als Startschuss eines seiner neuen Bücher “Die Fahrt des Leviathan” mit der Inschrift: “Dieses Buch soll sein Dasein im Bücherschrank der Lokfelder Brücke beginnen. Möge es auf seinem Weg von da ab vielen Menschen begegnen, denen es ein wenig Freude bereitet.”
Vielen Dank Oliver! 🙂

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